Ohrpiercings 2019

Ohrpiercing, diese Möglichkeiten gibt es.

Ohrpiercings gehören zu den Dingen, die einmal angesagt waren und danach nie wieder aus der Mode gekommen sind. Natürlich entwickelt sich der Trend weiter, sodass wir uns heute unzählige Arten von Piercings stechen lassen und verschiedene Varianten tragen können. Dabei muss man sich nicht mehr auf nur zwei Löcher mit klassischen Steckern beschränken, sondern kann sein Ohr komplett individuell ausschmücken.

 

Zwischen schönem Ohrschmuck und medizinischem Problem liegen allerdings nicht immer Welten. Und so gilt es, die Methoden, Risiken und Arten von Ohrpiercings vorher zu kennen. Dann sind der Kreativität und den persönlichen Vorlieben keine Grenzen gesetzt und der beliebteste Körperschmuck der Welt darf es auch weiterhin bleiben.

 

Ohrlöcher stechen – zu Risiken und Nebenwirkungen

Ohrpiercings sind kein aktueller oder neuartiger Trend, der Mensch lässt sich seine Ohren schon seit Jahrtausenden durchlöchern. Und das sogar weltweit und beinahe in allen Kulturen. Die Ohrläppchen sind dafür sogar perfekt geeignet, egal ob Mann, Frau oder Kind. Jeder kann ihn Tragen, den klassischen Ohrring oder aber ausgefallene Varianten und zu medizinischen Zwecken. Und weil so ziemlich jeder alsbald ein durchstochenes Ohrläppchen hatte, mussten sich einige Trendsetter etwas von der Masse abheben. So entstand der Trend, auch oberhalb des Ohrläppchens Schmuck zu tragen. Dennoch sollte die Art des Stechens gut überlegt sein, ebenso die Wahl des richtigen Schmuckladens, in denen inzwischen die meisten Piercings an den Ohren anbieten.

 

In den meisten Schmuckläden kommen spezielle Pistolen zum Einsatz, welche mit einem kurzen und hohen Druck den Ohrstecker einfach durchs Ohr schießen. Das geht schnell, schmerzt nicht allzu sehr und das Gewebe wird mittels dieser Methode geschont. In Piercingstudios nutzt man inzwischen andere Varianten, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Wer sich nicht entscheiden kann, an welcher Stelle ein weiterer Ohrstecker Platz nehmen soll, der sollte sich zunächst mit den Möglichkeiten beschäftigen, an welchen Stellen es überhaupt möglich ist, ein Loch zu durchstechen. Übereinander geordnete Ohrlöcher, welche seitlich am Rand der Ohrmuschel entlanglaufen, sind ziemlich beliebt. Darüber hinaus gibt es aber noch zahlreiche weitere Stellen, die sich für ein Piercing eignen.

Stechen oder Punchen bei Ohrpiercings – der Unterschied

Die Art des Stechens ist relativ wichtig, vor allem für Personen, die ansonsten empfindlich reagieren. Beim Punchen wird eine Biopsie Nadel verwendet, welche ein kreisförmiges Loch in die Stelle stanzt. Bei Knorpelgewebe macht das in der Regel mehr Sinn, da die Abheilung deutlich schneller erfolgt und auch die Schmerzen beim Stechen nicht so stark sind. Ebenso geeignet ist diese Methode, wenn größere Löcher gestochen werden sollen, beispielsweise solche mit 12 Millimetern und mehr.

Die Ohrknorpel, Nasenflügel und die Nasenscheidewand sind Stellen, an denen sich das Punchen eignet.

 

StechenDas Durchstechen ist eine eher ältere Methode, die aber immer noch gängig praktiziert wird. Hier durchdringt der Stecker den Knorpel, was bei empfindlichen Menschen schnell zu einer Abwehrreaktion des Körpers führen kann. Dann kommt es zu Entzündungen und es ist möglich, dass der Stecker dann wieder entfernt werden muss.

Der Grund: Beim Stechen wird das Gewebe nicht nur verletzt, sondern gleichzeitig noch mit einem Fremdkörper versehen. Eine gute Hygiene im Anschluss ist daher umso wichtiger.

 

Ohrpiercings im Überblick

Wenn du mit dem Gedanken spielst, dir ein Ohrpiercing stechen zu lassen und du bereits ein professionelles Studio gefunden hast, dann kannst du dich nun mit den Arten der Piercings beschäftigen.

Industrial

Das Industrial Piercing wird auch als Helix Piercing bezeichnet. Es wird am oberen und am unteren Rand der Ohrmuschel gestochen und liegt dabei eher außerhalb der Ohrmuschel. Hier setzt man im Anschluss gerne Barbell-Schmuck ein, also länglichere Stäbchen. Dies macht das Abheilen einfacher.

Daith

Das Daith Piercing ist relativ beliebt und sieht bei vielen Menschen ziemlich schick aus. Im inneren Bereich der Ohrmuschelauswölbung sitzt das Daith. Auch hier trägt man meist einen kleinen Ring, was je nach Geschmack wirklich gut aussehen kann. Wieder wird hier das Punchen dem Stechen bevorzugt.

Orbital

Die Orbital Piercing stellt eine besondere Form des Conch Piercings dar und wird mit einem größeren Ring durch die Helix und den inneren Ohrknorpel gestochen. Da es sich auch hier um Knorpel handelt, dauert es an dieser Stelle fast bis zu 9 Monaten, ehe die Wunde als abgeheilt gilt. Beim Punchen verkürzt sich dies natürlich wieder, allerdings sollte man auch darüber hinaus noch vorsichtig damit umgehen.

Conch

Das Conch Piercing wird auch als Ohrknorpelpiercing bezeichnet. Der Conch befindet sich dabei im inneren oder äußeren Teil der Ohrmuschel. Hier sieht man normalerweise vom piercen, also vom reinen durchstechen des Knorpels, ab. Die gängigere Methode ist das Stanzen, also punchen. Beim Punchen entfernt man das Gewebe im Stichkanal, sodass sich die Wunde schneller erholen und schließlich abheilen kann.

Tragus

Die kleine Knorpelmasse der Ohrmuschel stellt in der Fachsprache den Tragus dar. Ein Tragus Piercing wird dort hindurchgestochen. Damit sitzt das Piercing kurz vor dem Gehörgang. Viele tragen dort einen kleinen Ring oder ein sogenanntes Labret. Auch hier bevorzugt man die Methode des Punchen. Wichtig beim Piercing an dieser Stelle ist allerdings, auf die Akupunkturpunkte im Ohr zu achten, welche möglichst nicht getroffen werden sollten. Aber jeder gute Piercer kennt sich da bestens aus.

Helix

Der Helix liegt direkt an der Ohrkante, wobei hier das Knorpelgewebe durchstochen wird. Nach dem Stechen dauert es sogar bis zu 8 Monate, ehe sich das Piercing an dieser Stelle erholt. Beim Punchen verkürzt sich die schwierige Stelle auf etwa 3-8 Wochen. Professionelle Studios punchen daher dieses Piercing, auch weil der Schmerz an diesem Piercing Ort deutlich geringer ist. Bei der Wahl des Schmucks tragen viele Piercing Ringe oder spezielle Helix Piercing Stecker.

Upper Lobe

Bei den Lobe Piercings gibt es natürlich noch ein paar speziellere Varianten. Upper Lobe sind Ohrlöcher, welche sich oberhalb der standardmäßig gestochenen Lobe befinden. Sie können in beliebiger Stückzahl – je nach Platz – nach oben führen. Die Transverse Lobes sind dabei seitlich angebracht.

Snug

Das Snug Piercing stellt eine sehr besondere Piercingform dar und kann nicht bei jedem Ohr gestochen werden. Um hier ein Piercing zu setzen, muss die Ohrmuschel relativ stark ausgeprägt sein. In der inneren Knorpelfalte liegt das Piercing und wird meist als kleiner Ring oder in Form einer Banane getragen.

Flat Piercing

Flat Piercings sind derzeit ziemlich in Mode und vor allem bekannte Schauspieler und Modeleute zeigen sich mit eben diesem Ohrschmuck. Das Flat-Piercing, übersetzt „flaches Piercing“, wird durch den flachen Innenteil des Ohres und oberhalb der Ohrmuschel gestochen. Der Trend lässt hier sogar ziemlich viele Möglichkeiten offen, was den Schmuck betrifft. So können kleine Sternchen oder Herzen verwendet werden und auch Steine sind schick. Besonders schön sieht diese Piercingart in Kombination mit anderen Piercings am Ohr aus.

Inner Conch

Ein Conch ist ein Piercing, welches in der Ohrmuschel sitzt. Zu unterscheiden sind generell zwei Arten. Einmal den Inner-Conch im inneren (mittig gelegen) der Muschel, oder den Outer-Conch in der Mulde über der Ohrmuschel. Das Loch, welches gestochen wird, kann in seiner Größe variieren. Allerdings kann das Dehnen der Muschel recht schmerzhaft sein. Beim Punchen wird das Knorpelgewebe herausgestanzt. Als Ersteinsatz wird oft ein Barbell eingesetzt, für den Inner Conch in der Regel ein Mikro-Barbell. Nach der Abheilphase kann ein Wechsel erfolgen.

Rook Piercing

Das Gegenteil vom Helix Piercing ist das Rook Piercing. Hier setzt man das Loch in die obere Knorpelfalte zwischen der inneren und äußeren Ohrmuschel. In der Platzierung geht man dabei nach unten weg, über in die Platzierung des Snugpiercings. Hierbei geht es um eines der schmerzhaftesten Piercings und auch die Abheilung dauert relativ lange. Immerhin handelt es sich um ein sehr kompaktes und festes Knorpelgewebe, welches sehr dicht am Ohr liegt. Auch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es auch später schmerzhaft sein kann. Für die Abheilung nutzt man in der ersten Phase meist einen kleinen Ring oder einen Stab.

Lobe

Das Lobe Piercing wird allgemein auch als „das Ohrloch“ bezeichnet und ist die häufigste Piercingart am Ohr. Oft sieht man das Lobe Piercing schon bei kleinen Kindern, welche mit einer Ohrlochpistole einen kleinen Ohrring bekommen. Das Ohrläppchen ist dabei eher unkompliziert, da es dort sehr gut durchblutet ist und schneller abheilt als an anderen Stellen. Aus diesem Grund ist auch das Stechen mit der Pistole meist unproblematisch. Sämtliche Piercings am Ohrläppchen werden als Lobe Piercing bezeichnet. Je nach Größe des Ohrläppchens passen unterschiedlich viele Schmuckstücke an das Ohr.

Der Forward und Anti Helix

Der Forward Helix ist eine spezielle Form des Helix Piercings und wird oft auch als Triple Forward Helix bezeichnet. Das bedeutet, dass die Ohrmuschel hierbei dreifach gepierct wird. Die Helix ist meist relativ schmal, sodass nicht alle Personen einen Forward Helix tragen können. Der perfekte Schmuck für ein Helix Piercing ist ein Barbell oder ein Ring.

Der Anti Helix wird durch eine kleine Knorpelfalte gegenüber der Helixfalte gestochen. Derzeit ist diese Art der Helix sogar sehr modern und wird gerne in einer Dreier-Kombination gestochen. Die Abheilzeiten für ein Helix Piercing sind relativ unterschiedlich, sodass die Qualität des getragenen Schmucks auch eine Rolle spielt. In vielen Fällen heilt das Helix Piercing, egal an welcher Stelle, innerhalb von 2-3 Monaten ab. Wer als Ersteinsatzschmuck einen Ring trägt, der kann die Abheilzeit noch einmal verkürzen. Ansonsten gehören die Helix Piercings zu den eher risikoloseren Piercings.

Anti Tragus

Gegenüber vom Tragus befindet sich der Anti-Tragus. Dort wird das Piercing in die untere Knorpelfalte gestochen und sitzt damit direkt über dem Ohrläppchen. Auch hier eignen sich Ringe oder Labret und die Methode des Punchen.

Die richtige Pflege von Ohr Piercings

 

Ein Piercing ist immer eine Verletzung und eine Art von Wunde. Dessen sollte man sich bewusst sein, ehe man sich für ein Piercing entscheidet. Auch übernehmen Studios oder Schmuckläden nicht die Garantie dafür, dass sich die Stelle später nicht entzündet. Bei Ohren handelt es sich um spezielle Stellen, denn hier sprechen wir nicht von offenen Schnittverletzungen. Der Körper kann am Ohr keine Kruste bilden, um sich vor Keimen, Bakterien oder Krankheitserregern zu schützen. Wichtig ist daher, die Wunde stets sauber und gepflegt zu halten und nicht unachtsam damit umzugehen.

 

Das Ziel soll schließlich sein, dass der Körper im Stichkanal eine dünne und schützende neue Hautschicht aufbaut. Diesen natürlichen Prozess und Vorgang nennt man auch Epithelisierung. Dabei gibt es nun einige Dinge, die diesen Prozess erschweren. Aber es gibt auch einige Dinge, die du tun kannst, um die Heilung zu beschleunigen. Die ersten Tage gilt jedoch ohnehin: Finger weg vom Piercing! An den Händen tragen wir schließlich die meisten Bakterien mit uns herum.

 

Regeln für ein schnelles Abheilen des Ohrpiercings:

 

Damit eine Wunde perfekt verheilen und sich eine neue Hautschicht bilden kann, solltest du dich an einige Punkte halten, falls möglich:

 

  • Reduziere Stress, halte dich an die empfohlene Stundenanzahl Schlaf und ernähre dich gesund.
  • Verzichte auf körperliche Belastung und Sport.
  • Vor jeder Berührung am Ohr Hände desinfizieren und schmutzige Hände einfach vom Ohr fernhalten.
  • Unnötige Berührungen generell vermeiden.
  • Keine Saunabesuche, Schwimmbadstunden oder Solariumsbesuche binnen der ersten 4 Wochen.
  • Keine blutverdünnenden Medikamente zuführen.
  • Piercing nicht entfernen oder herausnehmen, um den Schmuck zu wechseln.
  • Druck und Reibung auf das Piercing vermeiden, vorsichtig sein mit Mützen oder Stirnbändern.
  • Haare bestenfalls geschlossen halten.

 

So gehst du bei der Piercing Pflege vor:

 

Für die nächsten 2-3 Wochen gilt folgender Tagesplan, um die Piercing Wunde bei seiner Abheilung zu unterstützen:

 

  • Gründliches Händewaschen und desinfizieren.
  • Krusten nicht aufkratzen, sondern mit lauwarmem Wasser aufweichen und abwaschen oder mit einer Kompresse entfernen.
  • Reinigungsvorgänge immer von innen nach außen durchführen, um Krusten und Bakterien von der Wunde weg zu reiben.
  • Spezielle Pflegemittel großzügig um das Piercing auftragen und einwirken lassen.
  • Piercing nicht drehen oder bewegen. Drehungen können den Wundkanal reizen und Schmutz in die Wunde befördern.

 

Ein entzündetes Ohr kann natürlich Angst machen. Einige Symptome nach dem Piercingsetzen sind aber zunächst völlig normal. Dazu gehört beispielsweise, dass die gepiercte Stelle anschwillt. In diesem Fall kannst du das Ohr leicht kühlen. Auch ein Brennen und leichte Schmerzen sind möglich, ebenso wie leichte Blutungen um das Ohr. Ebenso normal ist das Austreten heller Flüssigkeit. Bei Eiter sollte man allerdings aufpassen und bei Bedarf lieber seinen Piercer kontaktieren. Und: Es kann sein, dass sich das Piercing tageweise abgeheilt anfühlt und an anderen Tagen entzündet, auch das gehört zum Abheilprozess dazu.

 

Wenn du allerdings das Pflegemittel nicht verträgst, das Piercing sehr stark entzündet und das Ohr stark geschwollen ist, du sogar Fieber bekommst und dich absolut nicht wohl fühlst, dann solltest du entweder zu einem Arzt oder deinem Piercer gehen. Entferne den Schmuck aber auf keinen Fall selbst, denn das kann die Entzündung verschlimmern.

Ein Ohrpiercing gegen Migräne?

 

Natürlich klingt genau das fast zu schön um wirklich wahr zu sein. Tatsächlich soll es aber spezielle Punkte im Ohr geben, welche Migräne verschwinden lässt. Einige Piercer können ein solches Piercing exakt setzen und die Praxis beweist längst, dass es funktioniert. Diese Methode ist natürlich nichts, was man sich einfach von seinem Arzt verschreiben lassen kann. Trotzdem ist das Verfahren nicht neu und längst erprobt. Je nach Migräne Art und Stärke der Migräne können ein oder mehrere Löcher gesetzt werden. Dabei orientiert sich der Piercer an den Akupunkturpunkten des Körpers nach der TCM Lehre. So konnten bereits Patienten mit Clusterkopfschmerzen und sehr starken Migräneattacken behandelt werden.

 

Allerdings sollte man hierfür auch ein wenig Geduld mitbringen, denn es kann ein paar Wochen dauern, ehe man Ergebnisse spürt. Bei einigen wenigen tritt eine Wirkung sogar sofort ein, was ein absoluter Erfolg für Migränepatienten ist. Natürlich ist es falsch, seine komplette Hoffnung in ein solches Piercing zu stecken. Das bisherige Fazit einer solchen Behandlung lässt dennoch hoffen, denn von rund 400 Personen und Migränepatienten hat sich herausgestellt, dass es bei nur einer Person davon nicht geholfen hat.

 

Leider gibt es dazu immer noch keine Studien, welche den Erfolg belegen können. Dass jedoch die Akupunktur Kopfschmerzpatienten helfen kann, dass wissen längst viele, die sich damit beschäftigen. Und wer bereits einen langen und erfolglosen Leidensweg hinter sich hat, der kann diese Methode durchaus einmal ausprobieren.

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