Piercings am Ohr

Oft bekommen Mädchen schon in sehr jungen Jahren Ohrlöcher gestochen, und das ist nicht nur in Europa der Fall, sondern in fast allen Völkern, überall auf der Welt.

Stechen

Um Ohrlöcher zu stechen, werden heutzutage in Deutschland hauptsächlich Ohrlochstechsysteme oder Nadeln verwendet. Durch moderne Ohrlochstechsysteme werden der Ohrstecker und der Verschluss sanft durch das Ohrläppchen gedrückt und so verschlossen. Da das Ohr vom Gerät nicht berührt wird, sondern nur vom sterilen Ohrstecker, wird dieses Verfahren von den meisten Ärzten, Kosmetikstudios, Apotheken, Schmuckketten und Juwelieren durchgeführt. Allerdings sollten Ohrlochstechsysteme nur bei einem Lobe eingesetzt werden, da es bei anderen Piercingarten zu Verletzungen im Knorpelbereich des Ohres kommen kann.

Beim Piercen wird das Loch mit einer sterilen Hohlnadel gestochen. Dadurch kann der Schmuck in das Ohrloch eingefädelt werden. Diese Variante kann für alle Ohrlocharten angewandt werden.

Piercingarten am Ohr

  • Lobe: Der Lobe sitzt am Ohrläppchen und ist das am weitesten verbreitete Piercing.
  • Helix: Dieser Piercing wird durch die Helix gestochen, dem Knorpelgewebe an der Ohrkante.
  • Flesh Tunnel (Fleischtunnel): Um diese Piercingart tragen zu können, wird das Ohrloch zunächst gedehnt. Der Flesh Tunnel wird meist im Ohrläppchen getragen, da hier das Gewebe besonders dehnbar ist. Die Dehnung wird mit Hilfe eines Dehnwerkzeuges hergestellt, mit dem das Ohrloch auf die gewünschte Größe geweitet wird. Dies kann bis zu zwei Monate, je nach Größe des Tunnels, dauern. Ist das Ohrloch groß genug, kann das gewünschte Piercing eingesetzt werden.
  • Industrial Piercing (kurz: Industrial): Hierzu werden zwei gegenüberliegende Ohrlöcher am oberen Rand der Ohrmuschel gestochen. Durch diese Löcher wird ein Barbell gestochen.
    Snug: Parallel zur Ohrkante, in der inneren Knorpelauswölbung, sitzt der Snug. Dieser wird durch den Ohrknorpel gestochen. Der Snug ist nur bei Menschen möglich, die eine ausreichende Ausprägung dieses Bereiches der Ohrmuschel aufweisen.
  • Daith: Der Daith befindet sich in der innersten Ausbuchtung der Ohrmuschel. Er soll den Anschein erwecken, als würde der unterste Teil des Ringschmucks aus dem Gehörgang nach außen dringen.
  • Rook: Dieses Piercing sitzt in der Antihelix der Ohrmuschel. Es muss besonders vorsichtig gestochen werden, um eine Verletzung des umliegenden Knorpelgewebes auszuschließen.
  • >Tragus-Piercing: Dieses Piercing wird durch den kleinen Knorpelteil in der Ohrmuschel, am Anfang des Gehörkanals gestochen.
  • Anti-Tragus: Wird ein Piercing durch den gegenüberliegenden Knorpelfortsatz des Tragus gestochen, bezeichnet man dieses aus Anti-Tragus.
  • Conch-Piercing: Um dieses Piercing tragen zu können, wird entweder die innere oder die äußere Ohrmuschel durchstochen. Meist wird dann ein großer Ring oder ein Barbell getragen.

Heilungszeit und Pflege

Die vollständige Heilung der Wunde dauert im Normalfall vier bis acht Wochen. Damit keine Infektionen entstehen, sollte das Ohrloch und der Ohrstecker oder Ring regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden. Sollte eine Entzündung durch Metall-Unverträglichkeit am Piercing entstehen, kann der Metallohrring am Anfang durch einen Plastikstecker ausgetauscht werden.

Risiken

Wird beim Piercen des Ohres das Knorpelgewebe zerstört, können heftige Infektionen auftreten, wobei sich die Entzündung bis ins Gehirn ausbreiten kann. Dies kann unbehandelt zum Verlust der motorischen Fähigkeiten und sogar zum Tod führen.

Ist der Ohrschmuck zu schwer oder man bleibt damit an etwas hängen, kann das Ohrloch ausreißen. Eitert das Ohrloch, können sich die verantwortlichen Keime durch die Blutbahn verbreiten und eine Blutvergiftung auslösen.

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