tunnel piercingWas ist ein Tunnel?

Gedehnte Piercings besitzen eine jahrhundert-, wenn nicht sogar jahrtausendlange Tradition. Sogar berühmte Persönlichkeiten wie Buddha oder Ötzi trugen den markanten Körperschmuck, bei dem das Ohrläppchen zu einer bestimmten Größe hin gedehnt wird. Der Prozess ist langwierig und bedarf einer sehr peniblen Pflege, um die empfindliche Haut vor Infektionen zu schützen. Dafür ist der modische Trend dank zahlreicher einsetzbarer Schmuckstücke sehr individuell gestaltbar.

Bei dem Tunnel Piercing handelt es sich um ein Ohrloch, das in einem längeren Verfahren auf einen gewünschten Durchmesser gedehnt wird. Zahlreiche indigene Urvölker praktizieren diese besondere Form des Körperschmuckes noch bis heute. In vielen Kulturen werden neben den Ohrläppchen auch der Mund- und Nasenbereich mit großen Platten gedehnt. Die Piercings symbolisieren den Wandel von einem Kind zu einem reifen Erwachsenen. Dabei steht nicht nur der Dehnungsprozess selbst für die gewonnene Reife, sondern auch die dabei erduldeten Schmerzen. Im europäischen Raum werden Tunnels lediglich aus optischen Gründen gestochen und gedehnt, eine westliche Tradition existiert nicht. Um die lange Wartezeit zu überbrücken, bis die gewünschte Dehnung erzielt wurde, lassen sich besondere Plugs einsetzen. Sie sind so designt, dass das Ohrloch optisch deutlich stärker gedehnt erscheint, wobei der Plug selbst einfach über der Haut liegt. Auch werden Modelle angeboten, die einen Tunnel-Effekt ermöglichen, ohne eine tatsächliche Dehnung vorzunehmen.

Stechen eines Tunnel Piercing

Am Anfang eines jeden Tunnels steht ein normales Ohrloch. Es kann von einem Piercer des Vertrauens vorsichtig gestochen oder geschossen werden. Anschließend erfolgt das vorsichtige Dehnen des Ohrloches, das von dem Gepiercten selbst vorgenommen werden kann. Dabei kommen spezielle Dehnungsstäbe zum Einsatz. Sie verlaufen von dünn zu dick und werden jeden Tag ein wenig tiefer in das Ohr geschoben. Gummiringe verhindern, dass das Stäbchen sich ungewollt verschiebt. Der Prozess des Dehnens dauert sehr lange. Für den ersten Monat ist mit einer durchschnittlichen Dehnung von 0,2 Millimetern zu rechnen. Allerdings dehnt sich das Loch immer schneller, je größer der Durchmesser wird. Das Ohrloch muss regelmäßig mit einem speziellen Mitteln gesäubert werden. Gedehnte Haut ist sehr anfällig für Infektionen. Zudem kommt es, besonders bei einem sehr großen Durchmesser, zu einer erhöhten Talgablagerung, die zu einer unangenehmen Geruchsbildung führen kann.

Risiken bei einem Tunnel Piercing

Bei einem Tunnel wird die gedehnte Haut stark beansprucht. Das Infektionsrisiko steigt, da die Haut durchlässiger und dünner wird. Auch wenn der angestrebte Durchmesser noch in weiter Ferne ist, sollte das Ohrläppchen nicht zu stark gedehnt werden. Statt schnellerer Ergebnisse kann die empfindliche Haut einreißen und sich entzünden.

Der Heilungsprozess dauert und das Dehnen verzögert sich. Im schlimmsten Fall tritt nach einer Entzündung eine Blutvergiftung auf. Bei einem zu schnellen Dehnen kann es zudem zu Gewebsschäden kommen, die zu einer unschönen Deformierung des Tunnenlochs führen. Auch sollten sich Interessierte sicher sein, dass ihnen ein Tunnel gefällt. Einmal gedehnte Haut kehrt nur selten wieder in ihre ursprüngliche Form zurück.

Geschätzte Heildauer beim Tunnel

ca. 4- 8 Wochen

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Tunnel  FAQ

Was kostet ein Tunnel?

Die Kosten für ein Tunnel Piercing sind oft auf mehrere Schritte verteilt. Hier zählt zum einen das Ohrloch, welches Kosten zwischen 30 – 50 EUR verursacht. Ist dieses abgeheilt, kann mit dem eigentlichen Dehnen durch das einsetzen der Tunnels begonnen werden. Pro Dehnung werden dafür weitere Kosten zwischen 10 – 20 EUR fällig. Damit der abgeheilte Stichkanal nicht einreißt, ist es erforderlich die Dehnung in mehreren Schritten mit jeweils nur wenigen Millimetern durchzuführen.

Schmerzen bei einem Tunnel?

Die Schmerzen beim Dehnen sind, wenn nur geringe Schritte von wenigen Millimetern gewählt werden, gar nicht oder nur minimal vorhanden. Ein professioneller Piercer mit der notwendigen Erfahrung kann die nächstmögliche Größe der Tunnels sehr gut einschätzen, so dass die Haut nur gedehnt aber nie verletzt wird. Der Heilungsprozess beträgt daher nur wenige Tage.

Tunnel entzündet?

Hat sich ein Tunnel Piercing entzündet, ist es wichtig das Piercing kurz zu entfernen, um somit den Herd der Infektion zu bestimmten. Liegt das Dehnen erst wenige Tage zurück, können sich kleine Risse gebildet haben, die sehr leicht entzündlich sind, sobald diese mit Bakterien in Kontakt kommen. Gegebenenfalls ist es erforderlich, die Dehnung zu unterbrechen und auf eine geringere Tunnelgröße auszuweichen bis die Entzündung vollständig abgeklungen ist.